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Helmut G. Müller - Kloster Hachborn
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Ein Bier mit Jesus

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Herausgegeben von in Kirchentag ·
 
Kirchentag, ich wäre gerne auch nach Dresden gefahren, schon allein wegen der schönen Stadt, Begegnung mit den Kindern und dem Stück unserer Draufgänger. „Jekyll und Hyde“ – ein hochinteressantes Thema schon alleine wegen der vielen Gutmenschen, die sich auf Kirchentagen treffen.
 
Ich konnte aber nicht hin, weil Kinder getauft werden wollen, ein junges Paar heiratete und Menschen gestorben sind - das Geschäft eines einfachen Pfarrers halt. Aber dafür war der Bischof ja in Dresden und der Propst ist hingefahren und Margot Käßmann war auch da.
 
Irgendjemand hat kindlich naiv gefragt, ob auch der Herr Jesus kommt. Ehrlich gesagt, ich weiß nicht genau, ob er da war. Es gibt aber ein paar Indizien dafür, auch wenn er bei Margot Käßmann nicht mehr in die Halle reingekommen ist. An anderer Stelle soll er etwas ratlos davongeschlichen sein, weil er das Stammesidiom der Theologen und kirchlichen Insider nicht verstanden hat. Eine zuverlässige Quelle (meine Frau) berichtet jedoch ebenfalls, dass sein Geist spürbar gewesen wäre.
 
Es würde mich aber auch nicht wundern, wenn er es diesmal nicht geschafft hätte, leibhaftig  hinzufahren. Irgendjemand muss schließlich auch die Arbeit vor Ort machen – bei den Mühseligen und Beladenen. Jenen, die am Vatertag nach dem 10. Bier sich ihren Frust von der Seele reden und dankbar sind, wenn ihnen einfach mal jemand zuhört, so ganz in der Tiefe von Mensch zu Mensch. Hat versucht Frieden zu stiften, wo die Dinge sich nicht hoch oben wunderbar harmonisch fügen, sondern hier unten Kanonen hart auf Schwerter prallen. Wo wir nicht wissen, was wir beten sollen, geschweige denn mit wem.
 
Vielleicht sollte ich einfach mal wieder ein Bier mit ihm trinken gehen. Dann kann ich ihn fragen.



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