Krippenspiel 2014 - helmutg.mueller.de

Helmut G. Müller - Kloster Hachborn
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Krippenspiel
Die Heilige Familie
von Helmut G. Müller

 
   
Mindestens erforderlich: 15 mitspielende Kinder für die Vollversion. Das  Krippenspiel ist auch ohne die Rahmenhandlung und die Weisen mit 9 Kindern spielbar.  Weil wir bei der Uraufführung sehr viele Kinder hatten, die mitspielen wollten, habe ich Rollen aufgeteilt und noch ein paar hinzugefügt, so dass bis zu 30 Textrollen  entstehen können. Die Erweiterungen sind hier mit kleinerer Schrift markiert. Die Kinder können weiterhin noch für die  Schlussprojektion "Heilige Familie"  jeweils ein Bild ihrer Familie mitbringen oder per Mail zusenden.
 
 
Rollen:
 
1.           Spielleiterin
 
2.           Sprecher 1
 
3.          Sprecher 2
 
4.          Sprecher 3
 
5.          Engel Gabriel
 
6 .          Maria
 
7.          Josef
 
8.          Bote des Kaisers,
 
9.          Esel
 
10.         Wirt
 
11.          Wirtin
 
12.          Kaspar (ein Junge)
 
13.          Melchi –or (ein Mädchen)
 
14.          Baltasar (ein Junge)
 
15.          4. König (Prinz Hans-Martin) (ein Mädchen)
 
16.           Hirte 1 - Abraham
 
17.           Hirte 2 - Jakob
 
18.           Hirte 3 - Noah
 
19.           Hirte 4 – David
 
20.          Hirte 5
21.          Hirte 6
22.          Hirtin Hanna
23.          Engel Michael
24.      Mädchen1 Josie
 
25.           Mädchen 2
 
Kind 1 -6 kann von den Hirten, Wirten oder Engeln gespielt werden. Die Texte sollten in etwa der Familiensituation der Kinder entsprechen, evtl. danach aufteilen oder auch verändern, beliebig viele Soldaten und weitere Engel. Die Engelstexte können auf mehrere Kinder aufgeteilt werden
 
 
Begrüßung
 
Sprecher 1 und 2:
 
Willkommen all ihr lieben Leute,
 
zu unserem Krippenspiele heute.
 
Bei diesem Stück, das ist das Tolle,
 
spielt jeder von euch eine Rolle.
 
Hier zählt nicht arm, hier zählt nicht reich,
 
vor Gott, da sind wir alle gleich.
 
Geliebt bist du, aus Liebe in die Welt geboren,
 
so flüstert ER es in  alle Ohren,
 
oder auch SIE, die Macht der Liebe,
 
die sagt es euch, ihr Damen und Herrn:
 
"Du Menschenkind, ich hab dich gern."
 
Gebt dazu nun auch euer Ja,
 
denn seht, die gute Zeit ist nah.
 
 
Lied EG 18: Seht die gute Zeit ist nah
 
 
Szene 1: Rollenverteilung
 
Es sitzen zunächst noch alle in der Bank, auch die Mitspieler mitten in der Gemeinde/Publikum. Vor dem Stall ist ein Vorhang, der zugleich als Projektionsfläche dient. Die Spielleiterin geht vor.
 
Spielleiterin: Schön, dass ihr so zahlreich heute zur Rollenverteilung für unser Krippenspiel gekommen sein. Ich frage dann auch gleich mal: Wer will denn welche Rolle spielen?
 
Hirte 1: Ich will ein Hirte sein.
 
Hirte 2: Ich auch.
 
Hirte 3: Ja, und ich auch.
 
Hirte 4, weitere Hirten, Hirtin Hanna: Ich auch, aber ohne viel Text.
 
Spielleiterin: Na, dann geht mal gleich an den Waldrand, da unter den Baum
 
alle Hirten: (jubeln) Ein Hoch auf uns, wir sind die Hirten, auf jetzt und ewig
auf einen Tag Unendlichkeit (nach Andreas Bourani - es kann aber auch ein anderer Jubelgesang sein)
 
Maria: Kann ich die Maria spielen?
 
Spielleiterin: Gut, du stellst dich in die Mitte.
 
Wirtin: Kann ich wieder die Wirtin spielen?
 
Wirt: Ja und ich einen Wirt.
 
Soldaten: Und ich wäre gern ein Soldat
 
Spielleiterin: Wirte und Soldaten nach rechts.
 
Wirte und Soldaten: Trink, Brüderlein trink, lass doch die Sorgen zu Haus …. (es kann aber auch ein anderes Wirtshauslied sein)
 
Kaspar: Haben die Weisen viel Text?
 
Spielleiterin: Nur der Melchior und der Balthasar
 
Kaspar: Dann spiele ich den Dritten.
 
Spielleiterin: Den Kaspar?
 
Balthasar: Ja, das ist genau die richtige Rolle für dich, du kasperst auch sonst immer so rum.
 
Kaspar: Tu ich nicht (zieht eine Grimmasse und kaspert). Ich bin der kluge Kaspar.
 
Melchior: Ist schon gut, ich spiele den Melchior – oder auch die Melchi, ich will gerne ein bisschen mehr Text haben.
 
Spielleiterin: Gut, ihr Weisen geht dann schon mal da zu dem Stern.
 
4. König (Prinz Hans-Martin): Halt, ich will auch noch ein König sein.
 
Hirte 6: Aber es gibt nur drei weise Könige. Und außerdem waren das alles Männer.
 
4. König: Stimmt gar nicht. Mädchen sind genauso klug und weise, und außerdem habe ich mal gelesen, dass es noch einen 4. König gab, oder auch eine 4. Königin.
 
Melchi-or: Genau! Die ….....  muss mitspielen. Wir fordern 50 Prozent Frauenquote bei den Weisen und Königen!
 
Spielleiterin: Na gut, dann geh' noch dazu. Und die anderen, was wollt ihr spielen?
 
Alle Engel: Ich will ein Engel sein.
 
Spielleiterin: Prima, dann geht jetzt mal da zur Kanzel.
 
Engel (singen): Gloria, gloria
 
Spielleiterin: Super toll, da haben wir schon alle Rollen verteilt. Fehlt nur noch der Josef. Wer will denn den Josef spielen? (Keiner meldet sich, Spielleiterin schaut sich um, blickt zu Hirte 1)
 
Hirte 1: Ich bin schon ein Hirte.
 
Melchi-or: Ich bin schon eine Weise.
 
(Schweigen)
 
Mädchen Josie: Kann ich den Josef spielen?
 
Balthasar: Nein Josie, du bist ein Mädchen. Zur Heiligen Familie gehören Maria und Josef, nicht Maria und Josie.
 
Mädchen Josie:  Aber ich meine, bevor es überhaupt keinen Josef gibt und der Heiland nicht geboren wird und die Welt verloren geht – da könnte ich doch die Rolle spielen. Guck mal (sie geht zu Maria), wir sind richtig gute Freudinnen. (Sie drückt Maria)
 
Balthasar: Iiiih…., kapiers doch mal – du bist ein Mädchen. Und die heilige Familie mit zwei Mädchen – da regen sich die Leute so auf, da kriegen die in Bethlehem noch nicht mal einen Stall.
 
Hirte 1: Ja außerdem braucht man, damit ein Kind in den Bauch der Maria kommt einen Mann.
 
(Alle kichern)
 
Mädchen1/Josie: Aber nicht bei Jesus. Da ist es nur Maria und der Heilige Geist.
 
Mädchen 2: Ja, da braucht man gar keinen Josef. Die meisten Jungen sind eh blöd.
 
Hirten: Buuh …
 
Kind 1:  Vielleicht könnte doch einfach jemand von unseren Papas den Josef spielen.
 
Kind 2: Ja, mein Papa, der sitzt da hinten.
 
Kind 3: Meiner auch.
 
Spielleiterin: Finde ich ja prima, dass ihr von euren Papas gebracht werdet. Hm, aber ich weiß nicht, ob das dein Papa machen kann. Der ist doch schon mit Deiner Mama verheiratet.
 
Kind 3:
 
Kind 4: Aber vielleicht könnte ja mein Opa…  Es heißt doch immer, dass der Josef ein älterer Mann gewesen sei. Und wenn mein Opa den Josef spielt, dann ist er auch nicht mehr so alleine. Ich saus mal schnell und hole meinen Opa. Der macht alles für mich, bestimmt auch den Josef. Opa!
 
Maria (verängstigt): Ich weiß nicht, ob ich dann noch die Maria spielen will.
 
Kind 1: Ich hab eine bessere Idee – wir machen einfach mal ein Krippenspiel mit einer alleinerziehenden Maria.
 
Kind 2: Das geht nicht, nicht am Heiligabend. Zur Heiligen Familie gehören Vater, Mutter, Kind.
 
Kind 5:  Meine Mama ist/war auch alleinerziehend. Und ich habe einen tollen Opa/Oma/Stiefvater und wir sind auch eine heilige Familie. Meine Mama sagt mir immer, dass sie mich doppelt gern hat.
 
 
Spielleiterin: (stöhnt) Oh Gott, schick mir einen Engel, damit wir hier weiterkommen.
 
Engel Gabriel: Genau: wir, die Engel, wählen einen von den Jungen aus und machen ihm richtig viel Mut. (Die Engel treten zusammen, tuscheln und wählen dann den Josef aus)

 
Lied EG 13  Tochter Zion, währenddessen Umkleiden
 
Beginn klassisches Krippenspiel
 

Szene 2: Atemlos durch die Nacht

 
Sprecher: Die Geburt Jesu Christi geschah aber so: Als Maria, seine Mutter, mit Josef befreundet war, geschah es, ehe er sie heiratete, dass sie schwanger war von dem Heiligen Geist. Josef aber, ihr Mann, war fromm und wollte sie nicht bloßstellen, gedachte aber, sie heimlich zu verlassen. Als er das noch bedachte, siehe, da erschien ihm der Engel des Herrn im Traum (Schattenspielszene, Engel haben einen Josef gefunden) und sprach:
 
Engel Gabriel: Josef, du Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau, zu dir zu nehmen; denn was sie empfangen hat, das ist vom Geist der Liebe. Und sie wird einen Sohn gebären, dem sollst du den Namen Jesus geben – Gott hilft, Gott rettet, denn er wird sein Volk retten.
 
Sprecher: Das ist aber alles geschehen, damit die alten Prophezeihungen erfüllt würden. »Siehe, eine Jungfrau wird schwanger sein und einen Sohn gebären, und sie werden ihm den Namen Immanuel geben«, das heißt übersetzt: Gott mit uns.
 
 
 
Josef: (kommt hinter dem Vorhang hervor) Gott mit uns – ja das kann ich jetzt wirklich gebrauchen. Auf was habe ich mich da bloß eingelassen. Maria – kommst du jetzt endlich mal.
 
Maria: Einen kleinen Augenblick noch Josef, ich muss mich erst noch schön machen.  Welches Kleid soll ich heute anziehen: Das blaue oder das rote? Und vielen Dank, dass du mit mir drei Stunden auf dem Basar shoppen warst.
 
Josef (stöhnt, zum Publikum hin): Frauen! Drei Stunden, wo ich in 5 Minuten fertig gewesen wäre, … besser dieses Kleid oder das und dann doch wieder jenes. (zu Maria) Du bist doch schon so schön. Und das blaue Kleid steht dir wirklich gut. Aber wir müssen jetzt los zur Versammlung auf dem Marktplatz. Irgendeine wichtige Nachricht soll es dort geben. Und dann wollen wir ja auch unsere wichtige Nachricht, den Hochzeitstermin, noch bekannt geben.
 
Maria: (zum Publikum) Ist er nicht süß, mein Josef. Und einen ganz tollen Heiratsantrag hat er mir gemacht: "Ave Maria", hat er gesagt, "meine Himmelskönigin", mit einer Lilie in der Hand. Natürlich habe ich „Ja“ gesagt und ihm versprochen: "Wo du hingehst, dahin will ich auch gehen. Wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk und dein Gott ist mein Gott."
 
Josef: Maria!
 
Maria: Ich komm ja schon. (Sie gehen auf den Marktplatz)
 
Josef (stellt sich auf): Ich Josef, geboren in Bethlehem, Zimmermann in Nazareth gebe hiermit bekannt: Die Zeit ist erfüllt und in einem Monat will ich …. .
 
Dann Fanfare dazwischen, Auftritt des Boten des Kaisers mit Soldaten. Sie stoßen Josef zur Seite und stoßen Maria weg.
 
Bote: Achtung, Achtung, Gebot des Kaisers Augustus! Der Kaiser in Rom befiehlt, dass jeder in die Stadt seiner Herkunft gehen muss. Er muss sich dort in eine Steuerliste eintragen lassen. Wer sich dem widersetzt wird mit Gefängnis bestraft. (Fanfare)
 
Leute: Blutsauger, Tyrann, Ausbeuter. (Diese Worte mit hochgehaltenen Schildern vom Publikum spielen lassen. Es kann aber auch von den Hirten übernommen werden)
 
Soldaten/Bote: Ruhe! wenn euch euer Leben lieb ist. (Abgang)
 
Josef: Tut mir leid, Maria – jetzt muss ich dich doch verlassen. Ich muss nach Bethlehem. Alle meine Vorfahren haben da gelebt seit dem König David. Aber es ist ein sehr weiter Weg, zu weit für eine Frau, die ein Kind erwartet. Vielleicht ist es doch die falsche Zeit für ein Kind. Ich werde nicht die Hilfe sein können, die es braucht.
 
Maria: Nein Josef – es ist genau die richtige Zeit für dieses Kind. Und wo du hin gehst, dahin will ich auch gehen, und sei es auch bis ans Ende der Welt. Ich habe es dir versprochen.
 
Josef: Na dann mit Gottes Hilfe. Gott hilft. Ja, so will ich das Kind nennen: Jesus - Gott hilft.
 
Esel: (läuft dazwischen) Ia, Ia Ia
 
Josef (zum Esel): Ja, du sagst zu allem Ia. Du bist halt ein Esel und ich vielleicht auch.
 
Esel: Ia, Ia .
 
Maria: Ach Josef komm, wir schaffen das.
 
Singt und tanzt (nach Helene Fischer/Kristina Bach), es kann aber auch ein anderes Liebeslied sein:
Atemlos durch die Nacht,
Bis ein neuer Tag erwacht
Atemlos einfach raus
Nach Bethlehem ziehn wir  aus!
Atemlos durch die Nacht
Spür' was Liebe mit uns macht
Atemlos, schwindelfrei, großer Himmel für uns zwei
[Wir sind heute ewig, tausend Glücksgefühle
Alles was ich bin, teil' ich mit Dir
Wir sind unzertrennlich, irgendwie unsterblich
Komm nimm' meine Hand und geh' mit mir]
 
Sie laufen nach Bethlehem. Dann in Bethlehem:
 
Maria (jetzt wirklich ganz atemlos): Atemlos …, Josef, ich kann nicht mehr.
 
Sie gehen zum 1. Gasthaus: Josef stützt Maria, klopft an der Gasthaustür.
 
Wirt: Na, wohl schon zu viel gefeiert, die Dame.
 
Josef: Nein, es ist nur, …wir sind schon so lange unterwegs. Und meine Freundin ist schwanger. Sie kann jeden Augenblick ein Kind bekommen. Bitte helfen Sie uns.
 
Wirt:  So, so so… kein Geld, nichts zu essen, nichts zu beißen aber jeden Augenblick ein Kind. Nein, da seid ihr bei mir falsch. So was kommt mir nicht ins Haus.
Maria: Das ist so gemein. Komm Josef, lass uns zum nächsten Gasthaus gehen.

 
Sie gehen zum nächsten Gasthaus:
 
Josef: Bitte schnell, helfen sie doch meiner Frau Maria. Weit war unsere Reise durch die Nacht. Und jetzt will ein Kind geboren werden. Verschließen sie heute Nacht nicht ihre Tür vor diesem Kind. Es ist ein Kind Gottes – ganz bestimmt.
 
Wirtin: Jesses Maria – ach du meine Güte. Ihr seid wirklich schlimm dran. Ich habe jetzt zwar keinen Platz mehr im Haus, aber da hinten ist ein Stall. Da könnt ihr hin für heute Nacht.
 
Der Vorhang wird aufgezogen. Sie gehen zum Stall.
 
Esel: Ach du heiliger Ochse – bei einem Rindvieh soll das Kind geboren werden. Ia.
 
Geburtsszene
 
 
Lied EG 30 : Es ist ein Ros entsprungen.
 
 
Szene 3: Ein Stern, der unseren Namen trägt
 
Projektion Sternwarte
 
Kaspar (springt ganz aufgeregt herum): Da, da, da!
 
Melchior: Kasper nicht so rum!
 
Kaspar: Ich kasper ja nur so rum weil ich was entdeckt habe.
 
Baltasar: Was hast du denn entdeckt. Ein Stein?
 
Kaspar: (singt kurz an)  Einen Stern, der unseren Namen trägt, hoch am Himmelszelt, den schenk ich euch heut Nacht... (nach DJ-Ötzi - es kann aber auch ein anderes Sternlied sein)
 
Melchior (zu Balthasar): Jetzt ist er aber ganz komisch.
 
Balthasar: Nein, schau doch mal da: Der Stern, den wir suchen. Da! Der war gestern noch nicht da.
 
Kaspar: Genau, da ist er. „Der Stern der Weisen“ das wird sein Name sein für immer. Unser Stern.
 
Melchior: Schaut er wandert. Es ist als ob er über einem Ort im Westen steht.
 
Baltasar: Wir müssen die Erscheinung untersuchen. Das ist der geheimnisvollste Stern, den ich je gesehen habe. Phantastisch, einfach phantastisch –ein neugeborener Stern. Menschenskind, ein Wunder-Wanderstern.
 
Kaspar: Schaut mal wie er blinkt. Ich glaube, das ist es, was die Welt im Innersten zusammenhält.
 
Melchior: Wir sind Forscher, wir wollen nicht nur glauben, wir wollen wissen,
auch wenn wir dafür weite Wege machen müssen.
 
Baltasar:  Unsere Familie heißt Wissenschaft, Geist und Lehre,
dafür ganz da zu sein ist unseres Lebens Ehre.
Uns binden keine Kinder, keine Frauen.
 
Kaspar: Und doch möchte ich so einem kleinen Bobbelchen auch gerne mal in die Augen schauen.
 
Melchior: Auf die Kamele, dem Sterne nach, nun losgeritten,
wir wissen jetzt, wir suchen nicht vergebens.
Er lässt sich finden, der große Sinn des Lebens.
 
Balthasar: Er steht im Westen, in Judäa, beim großen Tempel des Herodes.
 
Kaspar: Doch Vorsicht! Ich fühl’s, das ist ein Mann des Todes. (Sie wollen schon losziehen, da kommt noch der 4. König)
 
4. König (Prinz Hans-Martin): Halt ich, der 4. König komme auch noch mit.
auf euren langen, langen Ritt.
Ich bin der weise Hans im Glück,
der Reichste in diesem ganzen Stück,
der, was er hat verschenkt
und nicht an sich selber denkt,
der Martin, der den Mantel teilt,
und so viele Wunden heilt.
der kleine Prinz vom fernen Stern,
hab einfach nur die Menschen gern.
ich bin die, die nicht vorüberzieht,
wenn sie Kinder leiden sieht.
Komm ich auch 30 Jahre später an,
so finde ich das Gotteskind als Mann.
Ich werde ihn finden, ich habe guten Mut.
Ich weiß: man sieht ihn nur mit dem Herzen gut.
 
 
Sie ziehen los, die drei Könige voran. Der vierte König mit Abstand hinterher
 
 
Szene 4:  Hirtenfamilie
 
 
Sprecher: Und es waren Hirten in derselben Gegend, die hüteten des Nachts ihr Herden, und sie jubelten längst nicht mehr und niemand sang ein Hoch auf sie.
Hirte1: Die Reichen fressen sich den Bauch voll Speck,
und wir hungern, sind für die da oben nur der letzte Dreck (raucht an seiner Pfeife).
 
Hirte 2: Hey, gib mir mal etwas Kraut aus deiner Pfeife, damit ich die Kälte nicht so spüre (nimmt sich die Pfeife von Hirte 1 und raucht).
 
Hirte 3: Her mit der Pulle Schnaps, damit ich nicht so friere. (nimmt sich die Flasche von Hirte 2 und trinkt, dann Streit, Gerangel)
 
Hirtin Hanna: Hallo, ihr beiden Superschlauen,
müsst ihr euch untereinander noch beklauen.
Wie wär’s denn, wenn wir mal wie eine Familie sind.
 
Hirte 4: Doch dazu fehlt uns wohl ein Kind.
 
Hirte 1: Ja, Hanna willst du nicht mal eins kriegen?
 
Hanna: Nicht hier, zwischen dreckigen Schafen und stinkenden Ziegen.
Ihr seid doch so kaputt, so hohl und so am Ende.
 
(Dann zu sich) Ach ne, bei mir wird’s nie was mit dem Kinderkriegen.
Ich hab’s vermasselt, bin für Kinder jetzt zu alt
und sitz nun abgebrannt in diesem Wald.
 
Hirte 1 (jammernd): Ach Hanna, ich wünschte mir auch die große Wende.
Ich bin mit dem Leben ganz am Ende,
hab nur noch Schulden und kein Geld.
Wer rettet mir noch meine Welt?
 
 
Hirte 2: (sieht die Engel) Was ist das da, hab ich zu viel geraucht.
 
Hirte 3: Liegt's wohl am Schnaps? Jetzt sehe ich’s auch.
 
Hirte 4: Es ist als käm‘ ein Stern vom Himmel.
 
Hirte 1: Ein Kind und noch eins, drei, vier, fünf – was für ein Gewimmel.
 
Hirte 2: Ich sehe die Engel, das ist wahr.
 
Hanna: Mein Gott, mir wird mein Leben klar.
 
 
Sprecher: Und der Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen:
 
 
Engel Michael: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.
 
 
Engelschor singt
 
 
Hirte 1: Freude – wirklich für alles Volk?
 
Hirte 2: Der Heiland, uns geboren?
 
Hirte 3: Christus, heute in der Stadt Davids – für uns?
 
Hirte 4: Ein Kind in Windeln und wir seine Familie?
 
Hanna: Dass ich das auf meine alten Tage noch erlebe.
 
Hirte 5: Kommt lasst uns nach Bethlehem gehen,
um unser Kind jetzt anzusehen.
 
Hirte 6: Da mach ich vor Freude einen Satz:
Unser Kind hat einen Krippenplatz.
 
Sie gehen zur Krippe
 
Josef: So kommt herein, ihr Männer und Frauen.
Hier an der Krippe bei Stroh und Heu,
beginnt auch euer Leben neu.
Esel: Ia, Ia, Ia
 
 
Lied EG 48: Kommet ihr Hirten
 
 
Szene 5: Die Heilige Familie im Stall
 
 
Inzwischen sind auch die drei Weisen angekommen. Sie haben den Stall im Rücken und blicken zum Publikum.
 
 
Melchior: Da sind wir nun am Ende unserer Reise
und sind noch nicht so richtig weise.
Wir sind gar etwas durch den Wind.
Wir finden‘s nicht, das himmlich Kind.
 
 
Balthasar: Wir fanden es nicht bei Herodes im Palast,
sahen nur, dass der das Kindlein hasst.
Es schwebt in großer Gefahr und Not.
Wenn Herodes es vor uns findet, so ist es tot.
 
 
Kaspar: So helft uns ihr Kinder, ihr Damen und Herrn.
Seht ihr hier irgendwo den Stern?
(Warten bis das Publikum auf den Stern hinweist, Blick der Weisen nach oben zum Stern)
 
 
Melchior: Kommt, sagt es, rückt es raus,
wo ist die heilige Familie hier zu Haus? (Warten auf die Antwort des Publikums, dann langsam den Kopf zum Stall drehen)
 
 
Balthasar: Was? Da, in diesem armseligen Stall,
das Heiligste vom Weltenall?
 
 
Melchior: Die heilige Familie mit dem Kind,
in einem Stall bei Esel und Rind
und solchen zerlumpten Hirtengestalten?
Ja, was soll man denn davon halten?
 
 
Balthasar: Hab ich auch mein ganzes Leben,
dem Forscherdrang nun hin gegeben.
So spür ich doch in dieser Nacht:
hier ist das, was all dem Forschen Sinn erst macht.
Der Stern, der neue Mensch, in unserer Mitte.
Gott im Himmel erhörte unsere Bitte.
 
 
Melchior: Ein Kind, himmlisch geliebt, was braucht es mehr?
Als seine Paten kommen wir her.
Ob ganz modern oder wie bei den Alten:
Die Heilige Familie gibt es in vielen Gestalten.
 
 
Kaspar: (kaspert) Red' nicht so viel. Dürft ich jetzt bitte einfach mal das Kindlein halten.  
 
 
Maria übergibt das Kind an Kaspar. Es entsteht ein Bild mit dem Weisen Kaspar in der Mitte, der das Kind hält, umrahmt von Josef und Maria. Die anderen beiden Weisen knien betend davor. Währenddessen läuft die Projektion "Die Heilige Familie gibt es in vielen Gestalten" mit jeweils einem Familienbild der Mitspieler.
 
 
4. König: (kommt dazu, er verschenkt seine Krone, teilt sichtbar vor der Gemeinde den Mantel und gibt beide Teile weg, gibt den Kindern Plätzchen):
Ich, der 4. Weise machte wohl die längste Reise.
Ich hab keinen Mantel mehr und kein Geld
und bin doch der glücklichste Mensch der Welt.
 
Esel:  (läuft nach vorne, falls die Gemeinde schon zum vorherigen Schlussbild applaudiert hat, kommt das Folgende als Nachspann)
 
Hirte 5: Auch ein Tier gehört zur Heiligen Familie noch dazu:
Hund, Katze oder ein Eselchen wie du.
 
Esel: Ia, Ia, Ia (applaudiert der Heiligen Familie)
 
 
Ende
 
© Helmut G. Müller

Die  Rechte zur Aufführung des Stückes oder Verwendung von Teilen davon  werden erworben  durch eine Rückmeldung mit Angabe des Spielortes und Zeit der Aufführung.
5 Kommentare


Alina Oeder
2018-12-21 09:54:29
Lieber Herr Müller,
Wir würden das Stück gerne am 24.12.2018 um 15:30 und 17 Uhr bei den Familiengottesdiensten der St. Jakobus Kirche Oberweihersbuch /Stein mit 25 Kindern aufführen, da wir es sehr gelungen finden.
Vielen Dank für die Bereitstellung des Textes!

Mit freundlichen Grüßen,
A. Oeder
Ursula Maier
2018-12-15 18:44:19
Hallo Herr Müller,
wir führen das Stück, etwas abgeändert, am 24. Dezember 2018, um 16.00 Uhr, in der Michaelskirche in Stuttgart-Wangen, im Rahmen eines Familiengottesdienstes auf.
Viele Grüße
Ursula Maier
silke götze
2018-11-08 14:11:54
Hallo Herr Müller,
wir würden das Krippenspiel gerne in unserem Weihnachtsschulgottesdienst in leicht abgewandelter Form aufführen. Ort der Aufführung wird die Friedrichtskirche in Potsdam-Babelsberg am 20. Dezember, um 10.15 Uhr sein. Danke für Ihre Ideen! S. Götze
Herter
2018-11-07 07:12:20
Lieber Herr Müller,
mit Freude haben wir Ihr Krippenspiel im Internet endeckt. Wir führen ihr Krippenspiel am 24.12.2018 in der St. Gallus Kirche in Frommern auf (15:30 Uhr).
Vielen Dank dafür!

Liebe Grüße S. Herter
Susanne Holter
2017-11-27 15:08:16
Hallo Herr Müller,
ich bitte um Aufführung dieses Krippenspiels dieses Jahr (2017) bei uns in Esperstedt (bei Querfurt). Es ist ein sehr schönes Krippenspiel, was Modernes (die Lieder :-) ) mit dem Traditionellen verbindet. Ich hoffe, es kommt auch so gut an, wie ich es finde.
Viele Grüße und vielen Dank!

Susanne Holter
Kerstin Griesing
2017-10-11 13:16:37
Lieber Herr Müller,
wir möchten das Krippenspiel - in leicht abgewandelter Form - gerne mit unsereren ca. 25 Jungscharkindern an Heiligabend  um 16 Uhr in Mornshausen (Kirchengemeinde Dautphe) aufführen.
Herzlichen Dank. Mit lieben Grüßen K. Griesing
Melitta Cocan
2016-11-08 18:00:39
Wir werden das Stück - mit kleinen Änderungen - am 24.12., im Gottesdienst um 14.30 Uhr, in der ev. Kirche in Herbolzheim aufführen. Vielen Dank dafür!
Christine Zeidler
2016-10-26 13:40:58
Wir würden das Stück gern zu unserer Weihnachtsandacht am 22.12.2016 in unserer Schule aufführen. Mit freundlichen Grüßen Christine Zeidler
Junker
2016-10-24 18:48:48
Gerne würden wir ihr Stück Die heilige Familie am 24.12 in unserem Familie!liuengottesdienst aufführen.
Mit freubdlichgen Grüßen
Tina Junker
Km.junker@unitybox.de
Meyer-Franke
2015-12-22 18:05:51
Gerne zunächst als Ansicht, u.U. Aufführung Heiligabend 2016 in Bledeln/Hotteln, Kirchengemeinde 12 Apostel SarstedtA
Sehmsdorf
2015-12-04 23:01:10
Wir wollen das Stück am Heiligen Abend in der Dietrich-Bonhoeffer-Kirche aufführen. Danke für die guten Worte.
Sandra Kiesel
2015-11-25 10:33:34
Hallo! Wir wollen das wunderbare, sehr humorvolle Stück am 24.12. um 16 Uhr in der Kindermette in Sulzbach am Main aufführen. Vielen Dank, wir freuen uns schon drauf!
info
2015-11-23 09:59:22
Owschlag am Sonntag den 20.12 2015 um 10.00 Uhr und am 24.12.2015 um 15.00 Uhr
B. Glück
2015-11-13 19:07:35
Hallo, wir möchten das Stück gerne am 24.12.15 um 16.00 Uhr in der Kinderchristmette in Kleinberghofen aufführen.  
B. Bauer
2015-11-05 08:16:38
Wir würden das Stück gerne am 24.12.2015 in der ev. Kirche in Neulingen Nußbaum aufführen.
Daniela Galka
2015-11-04 10:11:01
Hallo, auch ich habe mir viele Krippenspiele angesehen und fand "Die Heilige Familie" von 2014 einfach toll.
Wir würden das Krippenspiel gerne mit 11 Mitspielern am 24.12.2015 im Rahmen der Krippenfeier in St. Silvester Lohn (52249 Eschweiler) aufführen.
Ich finde es super, dass jedes Jahr so tolle Krippenspiele erdacht werden! Viele Grüße und eine schöne Zeit bis Weihnachten      Daniela Galka
A. Göppert
2015-10-27 18:35:11
Hallo,
Wie jedes Jahr waren auch wir auf der Suche nach einem schönen Krippenspiel. "Die heilige Familie" von 2014 hat uns sehr gut gefallen. Wir möchten es sehr gern im Familiengottesdienst am 24.12.2015  um 16.30Uhr in der St. Johannes Kirche in 31162 Bad Salzdetfurth/ Bodenburg mit unseren Vorkonfirmanden aufführen.
Liebe Grüße und eine schöne Adventszeit
A. Göppert
info
2015-10-14 12:42:19
am 24.12.2015 15:00 in der Bassener Scheune von Blocks Huus
Fabian Hartung
2015-09-21 12:29:37
Hallo,

wir wollen eine Version dieses Stückes am 24.12.2015 in der evangelischen Kirche in Weinsheim aufführen.
Die Links zu den Worddokumenten und der Powerpointpräsentation funktionieren allerdings leider nicht mehr. Gibt es eine Möglichkeit da ran zu kommen?

Vielen Dank und Gruß
der KIGO aus Weinsheim
Zum Guten Hirten.
2014-12-04 16:53:42
wir planen die Aufführung des Krippenspiels „Heilige Familie“ am 24.12.2014 um 15:00 Uhr in der Godshorner Kirche Zum Guten Hirten.
Simone Reuters
2014-12-01 17:44:56
Hallo!
Die ev.-luth.Kirchengemeinde Haimar würde dieses großartige Stück gern am 24.12. um 15 Uhr in der St.Ulrich Kirche in Haimar(Sehnde) aufführen. Eine schöne Adventszeit! Lg Simone
Hauke Rauschenbach
2014-12-01 13:01:55
Sehr geehrte Damen und Herren,
erstmal möchte ich Ihnen ein großes Lob für dieses tolle und witzige Krippenspiel ausprechen.
Wir würden das Stück gerne am 24.12. um 15:30Uhr in der Kulturhalle Baunatal Großenritte aufführen.
Mit freundlichen Grüßen
Hauke (Gemeindereferent)
Sonja Hirn
2014-11-19 16:25:24
Hallo. Wir, die Jungschargruppe Kraubath/Mur wollen das Stück am 20. Dezember in der Kirche aufführen.
LG Sonja
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