Sehnsucht nach Erlösung - Blog - helmutg.mueller.de

Helmut G. Müller - Kloster Hachborn
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Sehnsucht nach Erlösung

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Herausgegeben von in Pfarrer in Wachenbuchen ·
 
Ich schreibe noch die Mail an den Tagesanzeiger
 
Sehr geehrte Damen und Herren,
 
wegen Abwesenheit in den nächsten Tagen sende ich Ihnen jetzt schon die Gedanken zum 3. Advent – 12. Dezember.
 
Mit freundlichen Grüßen Helmut Müller
 
Gedanken zum 3. Advent, 12. Dezember
 
Was kommt?
 
Plötzlich ist er da, sitzt mir im Nacken und macht sich breit. Er bohrt sich in den Arm, zieht sich bis in den Daumen, lässt den Kopf sinken und verdrängt die Lebensfreude: Der Schmerz, ein höllischer Schmerz. Die üblichen Mittel helfen nicht. Termine müssen abgesagt werden, umplanen, Arzttermine machen, Schmerzmittel, dicke Hämmer. Dennoch finde ich nachts keinen Schlaf. Da nagt etwas, pocht, zieht und geht nicht weg. Am Ende der Woche steht es fest: Die Bandscheibe zwischen 5. und 6. Halswirbel drückt auf die Nervenwurzel und der Nerv feuert. Es tut nur noch weh.
 
„Sehnsucht nach Erlösung“, steht über der 2. Adventswoche. Den Kopf  wieder heben können, wieder schmerzfrei sein, ich spüre sehr elementar, was das bedeutet. Was wird kommen in den nächsten Tagen?  Ich weiß es nicht.
 
Advent - die Ankunft Gottes ist angesagt. Die Nachricht, dass er kommt eilt ihm schon voraus.  Sie macht es erträglicher und gibt Kraft in der Zeit des Wartens. Mit ihm kommt Trost in Leid und Schmerz. Neue Verbindungen wachsen. Da ist soviel Anteilnahme, so viele gute Wünsche. Da sind Menschen, die jetzt Aufgaben übernehmen. Da sind Kinder, die weitermachen mit dem heiligen Spiel für die Christnacht, Jugendliche, die sich für sie engagieren. Immer wieder kommt jemand, ist einfach da, zur rechten Zeit am richtigen Ort. Gott sei Dank.
 
Die biblischen  Adventstexte erzählen wohl auch von Schmerz, Leid und Geschrei bis hin zum Weltuntergang, aber entscheidend ist: In all dem kommt auch Gott. Es kommen ein neuer Himmel und neue Erde, ein neues Bewusstsein für das Leben. Ich kann ganz anders mitfühlen, mitleiden und mich dann auch erst recht mit anderen freuen. Noch ist der Schmerz da. Er wird vergehen und es wird ein Kind geboren werden. Das letzte Fest wird eine  Hochzeit sein.



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